Hormongesundheit – Bioidentische Hormone
Im Laufe eines Frauenlebens verändern sich die Hormone immer wieder. Pubertät, Schwangerschaft und Wechseljahre sind natürliche Wandlungsphasen, in denen der gewohnte Rhythmus ins Wanken geraten kann, aber nicht, weil etwas „falsch“ oder „krank“ ist, sondern weil der Körper sich neu sortiert.
Bioidentische Hormone
In den letzten Jahren tauchen die Begriffe„bioidentisch“, oder „naturidentisch“ in Bezug auf die Hormontherapie im Wechsel immer häufiger auf. Das klingt erst mal sanft und natürlich. Tatsächlich bedeutet bioidentisch jedoch lediglich, dass die Molekülstruktur exakt dem körpereigenen Hormon – etwa Progesteron oder Östradiol – entspricht. Diese Hormone docken an dieselben Rezeptoren an wie unsere eigenen und gelten deshalb als besser verträglich als die klassische Hormontherapie der 1980er Jahre.
Doch bioidentisch heißt weder natürlich noch nebenwirkungsfrei. Auch in der klassischen Hormonersatztherapie wird genau genommen bioidentisches Östradiol eingesetzt. Und dieses naturidente 17β-Östradiol kann bei längerer Einnahme das Risiko für Gebärmutterkrebs erhöhen.
Merke: Bioidentische Hormone sind keine natürlichen oder gar pflanzlichen Mittel, sondern synthetisch hergestellte Medikamente mit etlichen potentiellen Nebenwirkungen.
So sanft der Begriff klingt – auch bioidentische Hormone sind medikamentöse Eingriffe ins Hormonsystem, denn sie regulieren nicht, sondern ersetzen. Überdosierung oder häufige Gabe können die körpereigene Produktion beeinflussen. Zudem sind Nebenwirkungen vor allem in Bezug auf das Brustgewebe, Gebärmutterschleimhaut oder Herz-Kreislauf-System möglich. Die Risiken für Brust-, Gebärmutterkrebs und Thrombosen sind geringer als bei vollsynthetischen Hormonen, aber nicht ausgeschlossen. Ausführliche Langzeitstudien fehlen größtenteils noch.
Und was ist die Alternative?
Die Pflanzenheilkunde bietet eine sanfte, nebenwirkungsfreie Alternative zur Hormonsubstitution. Heilpflanzen enthalten keine menschlichen Hormone, aber Phytohormone – pflanzeneigene hormonaktive Substanzen. Manche imitieren hormonelle Wirkungen, andere stärken Drüsen oder stabilisieren das Nervensystem und fördern so die hormonelle Balance.
Wichtig ist dabei nicht ein einzelner Wirkstoff, sondern das Zusammenspiel aller Pflanzenteile. Damit bestätigt die Wissenschaft zunehmend das, was die Volksheilkunde seit Jahrtausenden weiß: Heilpflanzen wirken als Ganzes – nicht nur körperlich über Inhaltsstoffe, sondern auch seelisch über ihren „Pflanzengeist“ oder „Kräuterfee“. Sie begleiten uns durch unsere Lebenszyklen, wie etwa der Steinsame, ein großteils längst vergessener, doch sehr wertvoller Begleiter in der Prämenopause.
Mehr zur Hormongesundheit findest du in meinem Buch Hormone natürlich regulieren – mit 13 Kräuterfeen.
