6 Punkte zu den 12 Rauhnächten

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posted by: Manuela

Was sind eigentlich die Rauhnächte? Die Rauhnächte – oder Rauchnächte – sind eine Zeit der Besinnlichkeit und Meditation. Hier erfährst du das Wichtigste über die 12 Rauhnächte.

 

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1. Wann sind die Rauhnächte?

Mit der Windersonnenwende am 21. Dezember, der längsten Nacht des Jahres, beginnen nicht nur die Tage wieder länger zu werden, sie bedeutet nach ursprünglichem Brauchtum – der an den Sonnen- und Mondzyklen ausgerichtet war – auch den Start in die 12 Nächte dauernde Rau(c)hnächte.

 

 

2. Alternativer Start der Rauhnächte

Früher war man der Meinung, dass das Licht 3 Tage im Schoß von Mutter Erde verweilt, bevor es wiedergeboren wird. Dadurch kam die Differenz zwischen 21. und 24.12. zustande.

Außerdem ist ja bekannt, dass das Christentum viele heidnische Bräuche unter dem Deckmantel der Kirche übernommen hat. So auch die Rauhnächte: Mit dem Einzug des Christentums hatten die Rauhnächte auf einmal nichts mehr mit dem Sonnenzyklus zu tun, sondern waren auf Christi Geburt ausgerichtet, - deshalb begehen sie heute viele Menschen vom 24.12. bis zum 6.1., dem Tag der heiligen drei Könige (der übrigens wiederum auf die drei Nornen/Schicksalsgöttinnen bzw. die Urgöttin in ihrer dreifachen Form zurückgeführt werden kann). Die Zeit der Besinnlichkeit geht somit aber auch nicht auf Christi Geburt, sondern auf das ursprüngliche Fest der Lichtwende zurück.

 


3. Was sind die Rauhnächte?

Die Rauhnächte waren in früheren Zeiten heilig. Es war eine mystische Zeit, die dunkelste im Jahr, eine Zeit in der die Grenzen zur Seelenwelt verschwimmen. Finsternis und Licht, Gut und Böse ringen miteinander und die „Wilde Jagd“ der Gottheiten hat begonnen.

 

Es wurde nicht gearbeitet, sondern geräuchert und orakelt. Jede Nacht steht für ein Monat des aktuellen Jahres sowie des neuen Jahres. So ist bspw. die erste Rauhnacht stellvertretend für den Jänner des alten und den Jänner des neuen Jahres.

 

 

4. Was macht man in den Rauhnächten?

Du kannst diese mystische Übergangszeit zwischen Altem und Neuem in diesen 12 Tagen als Rückschau aufs alte Jahr sowie als Einstimmung und Fokusausrichtung aufs neue Jahr nutzen. Das Orakeln, das früher in jeder Rauhnacht stattgefunden hat, hat sich bis heute in Form des Bleigießens in der Silvesternacht erhalten. Diese besinnliche Zeit ist auch da für Einkehr und Innenschau, der Kontaktaufnahme mit unserer Körperweisheit und unserem Innersten.

 

 

5. Räuchern als Hilfsmittel

Der Duft der Räucherstoffe (z.B. Salbei, Beifuß, Weihrauch, Copal, etc.) unterstützt dich bei der Reise zu dir selbst und zu deinem Unbewussten. Außerdem reinigt das Räuchern Haus, Hof, Mensch und Tier und schützt sie vor Behexung und Krankheit (viele alte Räuchermittel haben nachweislich antibakterielle, antibiotische und keimfeindliche Wirkung, - z.B. Beifuß oder der wohlbekannte Weihrauch).

 

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6. Ritual für die Rauhnächte – ein Vorschlag

Nimm dir an jedem Abend der Rauhnächte Zeit für dich. Ob du am 21. oder am 24.12. anfängst, ist völlig dir selbst überlassen. Du kannst auch nur an einigen Tagen räuchern, z.B. am 21., 24. und 31.12.

 

Wähle für jeden Abend ein Kraut, Harz, mische dir selber mehrere zusammen oder verwende einfach eine fertige Räuchermischung, die dich anspricht. Es gibt einige traditionelle Räucherstoffe für diese Zeit, aber ich finde, es ist wichtiger, dass du einen eigenen Bezug zum Räucherwerk aufbaust (und vor allem dass du es auch riechen kannst!) als stur nach Schema F vorzugehen. Denn gerade in dieser Zeit geht es ganz stark um die eigene Intuition und wie wir sie wieder schärfen können!

 

Räuchern kannst du z.B. mit Räucherkohle oder in Räucherstövchen, letztere haben weniger Rauchentwicklung und sind zarter im Duft. Oder du machst ein Feuer im Freien und verwendest die Holzkohle.

 

Nun stimme dich jeweils auf das entsprechende Monat ein.

 

Was ist im ersten (zweiten, dritten…) Monat des vergangen Jahres passiert? Wie habe ich mich gefühlt? Mit welchen Menschen war ich beisammen und wie habe ich sie behandelt? Habe ich das gemacht/ erreicht/ geschafft, was ich wollte? Was hätte ich anders machen können?

 

Spür in dich rein und lass kommen, was kommen will. Vielleicht möchtest du es in einem gemalten Bild ausdrücken, in Wort und Schrift, oder tanzend und singend. Vielleicht aber auch in meditativer Stille ganz in deinem Innersten versunken. Es gibt keine Regeln, nur du weißt, was gut für dich ist.

 

Wie stelle ich mir das erste (zweite, dritte, …) Monat im neuen Jahr vor? Was ist meine Vision? Was möchte ich machen/ erreichen/ schaffen? Welchen Menschen möchte ich nah sein?

 

Lass dich vom Rauch tragen, in eine andere Wirklichkeit, in dein Unbewusstes, dorthin, wo all deine Antworten liegen.

 

 

Ich wünsche dir schöne Rau(c)hnächte!